Strategie


In dieser Präsentation erkläre ich Ihnen gerne die Strategie von feel-ok.ch. 

  • Klicken Sie auf die untenstehenden Titel, um zum entsprechenden Videoausschnitt zu gelangen.

Strategie von feel-ok.ch auf einen Blick

Bevor die einzelnen Aspekte der Strategie von feel-ok.ch im Detail erläutert werden, fasse ich die wichtigsten Punkte zusammen. Zur Strategie von feel-ok.ch gehören

  • die enge Zusammenarbeit mit dem Fachnetzwerk,
  • die Bereitstellung von - für das jeweilige Setting - nützlichen Informationen und Arbeitsmaterialien, mit denen Multiplikatoren, wie z.B. Lehrpersonen, Schulsozialarbeiterinnen und Jugendarbeiter mit geringem Aufwand, feel-ok.ch mit Jugendlichen verwenden können,
  • die regionale Verankerung der Webplattform mit den kantonalen Versionen, mit der Adresskartei INFO QUEST und mit dem Umfragetool SPRINT,
  • die Haltung, dass alle Projekte im Sinne der Kontinuität eine Lebensdauer von mindestens 5 Jahren haben sollen, was wiederum nur möglich ist, wenn sich die Projekte in der feel-ok.ch-Familie gegenseitig solidarisch unterstützen,
  • die Ansicht, dass Projekte dazu dienen, für Bedarfe und Bedürfnisse Lösungen zu bieten, die bei der Zielgruppe und bei den Multiplikatoren gut ankommen, aber auch von der Fachwelt und von den Gönnern als unterstützungswürdig beurteilt werden, dies unter anderem aufgrund einer soliden theoretischen Fundierung,
  • die Verbreitung von Erkenntnissen, die aus Umfragen und Interviews stammen, von denen auch andere Organisationen profitieren können
  • und die transparente Kommunikation, wo feel-ok.ch steht, wer das Programm finanziert und welche Entwicklungen geplant sind. Transparenz schafft Vertrauen und wer in feel-ok.ch Vertrauen hat, nutzt die Ressourcen der Webplattform mit Jugendlichen.

 

Das ist die Strategie von feel-ok.ch für Tempo-Zuschauerinnen und -Zuschauer. Ab jetzt geht es um die Details.

Das Getriebe von feel-ok.ch

Die Strategie von feel-ok.ch besteht aus 7 Elementen. Diese funktionieren wie Zahnräder eines Getriebes. Sie müssen zusammenarbeiten, um ihr Potential zu entfalten. Um diese Strategie zu definieren, habe ich 35 Fachorganisationen mit der Frage konfrontiert, welche Eigenschaften moderne und wirksame Prävention charakterisiert. Als Ergänzung dazu habe ich Umfragen mit Jugendlichen, mit Lehrpersonen und mit Jugendarbeitenden durchgeführt, um ihre Perspektive in die Strategie einfliessen zu lassen. Selbstverständlich hat auch meine mehrjährige Erfahrung die strategische Ausrichtung von feel-ok.ch geprägt. Die Berichte der vorher genannten Studien können Sie auf feel-ok.ch/infos-berichte herunterladen.

1. Das Fachnetzwerk

Das erste Zahnrad der Strategie von feel-ok.ch ist das Fachnetzwerk. Ohne Fachnetzwerk könnte ein Programm wie feel-ok.ch nicht funktionieren. Zum Fachnetzwerk gehören 40 Fachorganisationen, die sogenannten Patronatsinstitutionen, die für die Inhalte der Webplattform zuständig sind. Die Patronatsinstitutionen prüfen einmal pro Jahr, dass die Inhalte dem aktuellen Wissenstand entsprechen und aktualisieren diese bei Bedarf. Die Patronatsinstitutionen sind für Lehrpersonen und andere Multiplikatoren die Garanten, dass die angebotenen Inhalte von glaubwürdigen Quellen stammen.

1 | Patronatsinstitutionen und Gönner

Sie finden heraus, welche Patronatsinstitutionen mit feel-ok.ch zusammenarbeiten, wenn Sie die Adresse feel-ok.ch/info-netzwerk wählen und dann auf «Patronatsinstitution» klicken. Auf der gleichen Seite erfahren Sie auch, welche Gönner welche Aufträge von feel-ok.ch finanziert haben oder immer noch finanzieren.

1 | Kooperations-, Implementierungs- und kantonale Partner/-innen, Trägerschaften

Zum Fachnetzwerk gehören auch die Kooperationspartner, nämlich Fachorganisationen, die die Entwicklung neuer Projekte begleiten; Die Implementierungspartner, die uns unterstützen, die Nutzung von feel-ok.ch auf regionaler Ebene zu fördern; Die Gönner, in der Regel Bund, Kantone, Gemeinden und Stiftungen, die die Pflege der Webplattform, wie auch neue Entwicklungen finanzieren; Die kantonalen Partner, die für die regionalen Versionen von feel-ok.ch zuständig sind sowie die Trägerschaften von feel-ok.ch Schweiz, feel-ok.at Österreich und feelok.de Deutschland.

1 | Projektablauf | Vorabklärung

So werden in Zusammenarbeit mit dem Fachnetzwerk neue thematischen Projekte für feel-ok.ch entwickelt.

Der erste Schritt besteht darin - während der Vorabklärungsphase -, mit Fachorganisationen zu definieren, was zum Projektthema schon bekannt ist, welche ähnliche Interventionen in deutscher oder in anderer Sprache schon vorhanden sind, welche Ziele in diesem Themenkreis erstrebenswert sind, das heisst welche Bedürfnisse mit der neuen Intervention abgedeckt werden sollten, welche Zielgruppen vom neuen Programm profitieren sollten, mit welchen Methoden man die grössere Chance hat, die Ziele bei Zielgruppe und im ausgewählten Setting zu erreichen und welche Schlüsselorganisationen bei der Programmentwicklung unbedingt beteiligt werden sollten.

Die Diskussion soll nicht nur mit dem Fachnetzwerk stattfinden, sondern auch mit der Zielgruppe. Das heisst: Wenn das neue Programm mit Jugendlichen in einem bestimmten Setting verwendet werden soll, dann sollten Jugendliche und ihre Multiplikatoren in diesem Setting konsultiert werden, um ihre Bedürfnisse und Lösungsansätze zum Thema in Erfahrung zu bringen. Sonst besteht ein erhöhtes Risiko, dass man ein Programm entwickelt, dass vielleicht die Fachwelt begrüsst… aber an der Zielgruppe und an Multiplikatoren vorbeiredet.

1 | Projektablauf | Inhaltliche Entwicklung

Vorausgesetzt, dass das neue Projekt eine geeignete Finanzierung akquiriert, was wiederum alles anderem als selbstverständlich ist, beginnt die inhaltliche Entwicklung. Die Trägerschaft RADIX erarbeitet in Zusammenarbeit mit der Patronatsinstitution zuerst ein Inhaltsverzeichnis, das im Detail festlegt, welche Inhalte die neue thematische Sektion behandeln wird. Aufgrund vom definitiven Inhaltsverzeichnis, das auch Ziele, Methoden und Struktur des neuen Programms enthält, wird anschliessend - mit der Patronatsinstitution - die redaktionelle Arbeit eingeleitet. Die Kooperationspartner bekommen die Vorschau-Version der neuen Inhalte und unterstützen dabei die Patronatsinstitution und RADIX in ihrer inhaltlichen Arbeit mit gezielten Rückmeldungen. Im ganzen Prozess stellt RADIX sicher, dass die Inhalte zielgruppengerecht sind, das heisst nicht zu theoretisch oder schwierig formuliert. Die Patronatsinstitution stellt ihrerseits sicher, dass die Empfehlungen und Informationen des neuen Programms fachlich korrekt sind.

1 | Projektablauf | Implementierung

Nach etwa 9 Monaten sind die Inhalte und die Arbeitsblätter für die Schule bereit und werden auf feel-ok.ch eingebettet. Die Implementierungspartner werden informiert und können Massnahmen einleiten, um Jugendliche, Lehrpersonen oder Eltern - unter anderem mit Verlinkungen, Workshops, Newsletter und mit der Verteilung von Informationsmaterialien - auf das neue Angebot aufmerksam zu machen.

1 | Projektablauf | Aktualisierung

Die Patronatsinstitutionen prüfen einmal pro Jahr, dass die Inhalte aktuell sind.

1 | Projektablauf | Evaluation

RADIX prüft mit Google Analytics, ob die neuen Inhalte aufgerufen werden und untersucht mit Umfragen und Fokusgruppen, wie diese von der Zielgruppe wahrgenommen werden.

1 | Projektablauf | Kantonale Versionen

Die Partner, die für die regionalen Versionen von feel-ok.ch zuständig sind, ergänzen die kantonalen Websites mit Hinweisen auf thematisch verwandte Projekte, Beratungsangebote und Informationsmaterialien, die für die Region in ihrem Kompetenzbereich relevant sind.

1 | Projektablauf | Transnationale Zusammenarbeit

Die Trägerschaften von feel-ok.at in Österreich und feelok.de in Deutschland werden über das neue Angebot von feel-ok.ch Schweiz informiert und können bei Bedarf die Inhalte übernehmen, stilistisch, sprachlich und kulturell anpassen und auf der eigenen Plattform veröffentlichen.

1 | Projektablauf | Rechte un Pflichte

Für jede beteiligte Institution sind Rechte, Pflichte und der Entscheidungsspielraum klar geregelt. Das funktioniert in der Regel gut, was feel-ok.ch ermöglicht, besonders effizient unterwegs zu sein.

1 | Projektablauf | Jugendpartizipation

Inhalte werden auch mit Jugendlichen generiert. Wir besuchen Jugendgruppen, stellen Fragen, sammeln Anregungen und erarbeiten neue Artikel aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse. Die Inhalte werden anschliessend von der Patronatsinstitution geprüft, um sicher zu sein, dass sie fachlich korrekt sind und erst dann auf feel-ok.ch eingebettet.

Soviel zum ersten strategischen Zahnrad von feel-ok.ch, das «Fachnetzwerk».

2 | Setting

Das zweite strategische Zahnrad ist das «Setting» bzw. die Schule. feel-ok.ch behandelt zahlreiche Themen, die für die Entwicklung junger Menschen wichtig sind. Es liegt dennoch in der Natur der Sache, dass nicht alle Jugendlichen bereit sind, sich von sich aus mit diesen Themen auseinanderzusetzen: Wer gerne Alkohol trinkt, kifft oder Zigaretten raucht, hat vermutlich wenig Interesse, sich mit konsumpräventiven Botschaften auseinanderzusetzen. Um trotzdem so viele Jugendliche wie möglich zu erreichen, und nicht nur jene, die sich schon «gut» verhalten und präventive Botschaften gar nicht wirklich brauchen, wurde feel-ok.ch seit Beginn seiner Geschichte als Schulprogramm konzipiert.

Will man ein bestimmtes Setting, wie die Schule anvisieren, muss man aber zuerst verstehen, welche Bedürfnisse die Akteure in diesem Setting haben. Ohne dabei zu vergessen, dass viele Anbieter versuchen, Jugendliche durch die Schule zu erreichen. Viele Lehrerinnen und Lehrer wünschen sich «Entlastung». Diese Erkenntnis ergibt sich aus unserer Umfrage. Zum Beispiel, dass Fachpersonen bei bestimmten Themen den Unterricht übernehmen oder dass man Arbeitsinstrumente zur Verfügung stellt, mit denen die Lehrperson selbst mit wenig Vorbereitungsaufwand auch ohne im spezifischen Thema vertiefte Kenntnisse zu haben, es trotzdem mit den Schülerinnen und Schülern behandeln kann.

Aus diesem Grund - um Lehrpersonen in ihrer Tätigkeit zu entlasten - bietet feel-ok.ch pfannenfertige und niederschwellige Arbeitsblätter aber auch interaktive Methoden an. Mehr dazu erfahren Sie im Video «Einsatz von feel-ok.ch mit Jugendlichen».

Soviel zum zweiten strategischen Zahnrad von feel-ok.ch, nämlich das «Setting».

3 | Regionale Verankerung

Die dritte Strategie von feel-ok.ch ist die regionale Verankerung. Denn: «Internet ist zwar global, Menschen denken und handeln aber lokal.»

Mit dem Sportarten-Kompass können Jugendliche herausfinden, welche sportliche Tätigkeit zu ihrer Persönlichkeit passt. Am Ende drängt sich aber die Frage, wo ganz konkret in der Region ein Sportverein oder ein anderer Anbieter die Möglichkeit gibt, diese Sportart zu schnuppern und auszuüben.

3 | Die Adresskartei INFO QUEST

Um für die «regionalen» Bedürfnisse eine Antwort zu geben, wurde feel-ok.ch mit Info Quest erweitert. Info Quest ist eine Adresskartei mit Einträgen über Projekte, Websites, Beratungsstellen und andere Angebotsformen, die nach Thema, Kanton und Zielgruppe sortiert sind. Somit finden Jugendliche, Multiplikatoren und Eltern auf feel-ok.ch nicht nur Informationen und Empfehlungen, die für die ganze Schweiz gültig sind, sondern auch eine Liste von thematisch verwandten Ressourcen, die in ihrer Region - oft kostenlos - zur Verfügung stehen.

3 | Das Umfragetool SPRINT

Repräsentative Umfragen informieren über die Verbreitung bestimmter Phänomene auf Bevölkerungsebene, z.B. dass etwa 6% der 15-Jährigen täglich Zigaretten raucht. Was aber Multiplikatoren in der Regel noch mehr interessiert, ist in Erfahrung zu bringen, welche Zahlen für die eigene betreute Gruppe gelten. Und diese Zahlen können sich von den repräsentativen Statistiken unterscheiden.

Aus diesem Grund bietet feel-ok.ch das Tool SPRINT an. Mit SPRINT können Fachstellen, Schulen und andere Erwachsene, die mit Jugendlichen arbeiten, mit minimalem Aufwand Umfragen durchführen, mit dem Ziel Probleme und Phänomene zu erfassen, die die Zielgruppe beschäftigen. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse können evidenzbasierte Massnahmen zugunsten der Ansprechgruppe eingeleitet werden.

Die Nutzung von SPRINT ist kostenlos und werbefrei, wie alles, was feel-ok.ch online zur Verfügung stellt. Wer einloggt, kann wesentliche Merkmale der Umfrage definieren, wie Bezeichnung, Datum und Webadresse der Umfrage, legt die soziodemographischen Angaben der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer fest, wählt aus einem Katalog die gewünschten Fragen, wobei es möglich ist, die Formulierung von Fragen und Antworten zu ändern sowie Fragen aus verschiedenen Themen zu mischen… und schon ist das Formular bereit.

Jugendliche nehmen an der Umfrage teil.

Alle Ergebnisse werden anschliessend als Abbildung und Tabelle - auf Wunsch auch gefiltert nach Geschlecht und Alter - dargestellt. Mit der Tipp-Box erhält der Umfrageverantwortliche Empfehlungen für mögliche Interventionsprodukte, die zum befragten Thema passen.

3 | Kantonale Versionen

Zur regionalen Verankerung von feel-ok.ch gehören auch die kantonalen Versionen der Webplattform, wie z.B. feel-ok.ch Zürich, feel-ok.ch Sankt Gallen, feel-ok.ch Bern oder feel-ok.ch Schaffhausen. Die kantonalen Versionen enthalten die gleichen Inhalte wie feel-ok.ch Schweiz. Als Ergänzung dazu bieten sie Hinweise, unter anderem über Projekte, Beratungsangebote und Info-Materialen, die in der jeweiligen Region verfügbar sind.

Zu den regionalen Organisationen, die für die kantonalen Webadressen von feel-ok.ch zuständig sind, gehören kantonale Beratungsstellen wie auch kantonale Gesundheitsämter. Die enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern ermöglicht uns, das Angebot von feel-ok.ch in verschiedenen Regionen der Schweiz in den bestehenden kantonalen Strukturen und Projekten zu verankern, aber auch frühzeitig neue Bedürfnisse aus den Regionen wahrzunehmen. Diese führen wiederum zu Anpassungen und Erweiterungen der Webplattform.

Soviel zum dritten strategischen Zahnrad von feel-ok.ch, nämlich die «regionale Verankerung» - mit INFO QUEST, SPRINT und mit den kantonalen Versionen.

4 | Kontinuität

Die vierte Strategie von feel-ok.ch ist die Kontinuität und die Solidarität.

Mit Kontinuität ist gemeint, dass jedes Projekt von feel-ok.ch mindestens 5 Jahre laufen soll. In der Regel wird aber die Dauer von 10 Jahren weit überschritten.

  1. Der erste Vorteil dieser Strategie ist die Zuverlässigkeit: Multiplikatoren, wie Lehrpersonen, wissen, dass wenn sie mit feel-ok.ch bestimmte Inhalte mit Jugendlichen vertiefen, das thematische Angebot auch noch während mehreren Jahren zur Verfügung stehen wird.
  2. Der zweite Vorteil betrifft die Kosten-Nutzen-Analyse: Ein Projekt ist vor allem am Anfang während der Entwicklungsarbeit teuer. Wenn es kurz nach der Lancierung beendet wird, werden voraussichtlich nur wenige Personen davon profitieren können. Das Ergebnis: Hohe Kosten, wenige Leute, die davon profitieren. Fazit: Schlechter Wirkungsgrad. Vorausgesetzt, dass die Pflege des Projektes geringe Zusatzkosten generiert und im Verlauf der Zeit eine zunehmende Anzahl Leute damit erreicht werden, kann man schlussfolgern, dass je länger das Projekt dauert, desto geringer die Schere zwischen Ausgaben und Nutzen bzw. desto besser der Wirkungsgrad wird.
  3. Es besteht ein gewisses Risiko, wenn man ein neues Projekt lanciert, dass nur wenige das Bedürfnis haben, seine Instrumente zu nutzen. In einigen Jahren könnte aber die Gesellschaft - z.B. aufgrund von Kampagnen oder besonderen Ereignissen - für das Projektthema sensibilisiert sein, das heisst endlich auch wirklich bereit sein, die Projektinstrumente zu verwenden. Wenn ein Projekt eine lange Existenzdauer hat, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, auch dann verfügbar zu sein, wenn die Zeit dafür reif ist.
  4. Der vierte Vorteil betrifft die Weiterentwicklung eines Projektes. Hat ein Projekt eine längere Existenzdauer, können praktische Erfahrungen gesammelt werden, mit denen das Angebot in Zukunft verbessert werden kann. Es ist meiner Meinung nach besser ein Projekt aufgrund praktischer Erfahrungswerte als aufgrund von Annahmen weiterzuentwickeln. Und dazu braucht man Zeit, um Erfahrungen zu sammeln.
4 | Solidarität

Wie vorher angedeutet gehören Kontinuität und Solidarität in der Strategie von feel-ok.ch, denn ohne Solidarität ist auch keine Kontinuität möglich.

Solidarität bedeutet, dass wenn ein Projekt X von feel-ok.ch finanziert wird, auch andere Projekte aus der feel-ok.ch-Familie davon profitieren dürfen. Als Gegenleistung wird das heutige finanzierte Projekt von der zukünftigen Finanzierung eines neuen Projektes profitieren. Durch die Solidarität gewinnt die ganze Website an Modernität, Glaubwürdigkeit und Akzeptanz, was wiederum auch im Interesse des Projektes ist, das zurzeit finanziert wird.

Soviel zum vierten strategischen Zahnrad von feel-ok.ch, nämlich «Kontinuität und Solidarität».

5 | Bedarf und Bedürfnis

Vereinfacht gesagt geht es bei der fünften Strategie von feel-ok.ch darum, Programme zu entwickeln, für die ein Bedarf und ein Bedürfnis besteht. Die Umsetzung dieses Prinzipes ist dennoch alles andere als einfach, denn Gönner, Fachwelt, Multiplikatoren und Zielgruppe haben unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen.

  • Die Fachwelt schätzt theoretisch fundierte und differenzierte Interventionen.
  • Viele Multiplikatoren sind froh, wenn Interventionen nicht allzu kompliziert und auch wenn sie flexibel einsetzbar sind.
  • Für Jugendliche soll eine Intervention spannend, lustig, vielfältig und die Empfehlungen alltagstauglich sein. Theoretische und abstrakte Überlegungen sowie lange Texte kommen selten gut an.
  • Und die Gönner? Ihre Erwartungen und Wünsche lassen sich kaum zusammenfassen, denn zu gross sind die Unterschiede zwischen Bund, Kantone, Gemeinden und Stiftungen.

 

Wer ein Programm leitet, soll sich mit diesen unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzen und versuchen eine Lösung zu bieten, die verschiedene manchmal widersprüchliche Bedürfnisse abdecken soll.

Die verschiedenen Bedürfnisse kann man identifizieren, nur wenn man den Dialog sucht, das heisst, wenn man sich mit den Gönnern und mit den Fachorganisationen austauscht, aber auch wenn man Multiplikatoren und Jugendliche trifft. Das ist der Grund, warum ich Schulklassen besuche, mit Jugendlichen und mit Lehrpersonen diskutiere sowie Umfragen und Interviews mit verschiedenen Ansprechgruppen realisiere. Denn so lerne ich alle Perspektiven kennen, die mir helfen, gemeinsam mit Patronatsinstitutionen sowie mit Kooperations- und kantonalen Partnerinnen und Partnern, fachlich fundierte Programme zu entwickeln, die auch umsetzungstauglich sind.

5 | Check Out

Parallel dazu sind die Kassenbesuche auch eine Chance Fragen und Antworten Jugendlicher zu sammeln und als Ergänzung zu den Fachinhalten auf feel-ok.ch zu veröffentlichen. Fragen und Antworten Jugendlicher auf feel-ok.ch werden selbstverständlich von Fachpersonen geprüft. Alle Einträge finden Sie bei Interesse auf feel-ok.ch/checkout.

5 | Methoden

Mit Schulklassen werden zudem neue didaktische Methoden getestet, mit denen Fachpersonen und Lehrpersonen, Gesundheitsinhalte mit Jugendlichen vertiefen, aber auch Lebenskompetenzen üben können. Die Methoden, die sich bewähren, werden ab 2020 auf feel-ok.ch/methoden veröffentlicht und stehen so allen Lehrpersonen und allen Fachkräften zur Verfügung.

5 | Verhaltensmodell ("Ich will! Ich kann! ich darf!")

feel-ok.ch arbeitet mit einem Modell, das die Erkenntnisse der empirischen Forschung aus der Psychologie mit den überfachlichen Kompetenzen des Lehrplans 21 und mit den Lebenskompetenzen, wie sie von WHO formuliert wurden, in einem Konzept integriert.

Das Modell fokussiert die Frage, was das menschliche Verhalten steuert. Vier Aspekte sind dabei von zentraler Bedeutung.

  • Der erste Aspekt ist die Gewohnheit: Insofern sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, tun Menschen in der Regel, was sie schon immer gemacht haben, das heisst, was ihnen bekannt und vertraut ist. Gewohnheiten steuern das Verhalten, die Gedanken und die Gefühle. Sie sind eine energiesparende Strategie des Gehirns, um Alltagsaufgaben zu bewältigen. Diese Eigenschaft der menschlichen Natur, die bei manchen Individuen stark und bei anderen weniger ausgeprägt ist, stellt dennoch für Projekte, die eine Verhaltensänderung bewirken wollen, ein Problem dar, vor allem wenn beim gegenwärtigen Zustand der Leidensdruck fehlt. Wer Änderungen erzielen will, muss mit Widerstand rechnen. Der Widerstand kann dazu führen, dass Projektziele nicht oder nur teilweise erreicht werden.

  • Der zweite Aspekt ist die Motivation: Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen ihr Verhalten ändern, ist grösser, wenn sie dazu die Absicht haben. Daher ist es für ein Projekt sinnvoll, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was Menschen im anvisierten Themenkreis und Setting überzeugen kann, einen Schritt Richtung Wunschverhalten zu machen. Welche Motive sie dafür haben könnten. Die Forschung aus der Psychologie liefert dies betreffend wertvolle Erkenntnisse. Einige Begriffe dazu sind die «Einstellung», die «subjektive Norm» und die «Selbstwirksamkeit».

  • Der dritte Aspekt ist die Kompetenz: Dabei geht es um die Frage, ob das Individuum die Fähigkeiten hat, die für das Wunschverhalten erforderlich sind. Ein Beispiel: Die Tatsache, dass jemand höchstens motiviert ist, ein Restaurant zu eröffnen, ist noch keine Garantie, dass das Vorhaben erfolgreich sein wird. Im Gegenteil: Ohne gastronomische Kompetenzen wird das Projekt mit grosser Wahrscheinlichkeit scheitern. Für ein Präventionsprojekt stellt sich deswegen nicht nur die Frage, wie man Menschen motivieren kann, etwas zu tun, sondern auch welche Fähigkeiten dazu nötig sind und bei Bedarf vermittelt werden müssen. Kohärent mit dem Lehrplan 21 wird es zwischen personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen unterschieden. Zwischen den Zeilen erkennt man aber auch die Lebenskompetenzen, wie sie vom WHO formuliert wurden. Welche konkreten Kompetenzen für das Wunschverhalten eines Projektes erforderlich sind, hängt selbstverständlich von den Zielen dieses Projektes ab.

  • Der vierte Aspekt sind die Einflussfaktoren: Dabei geht es um die Frage, welche Faktoren, die man nicht oder nur mit grossem Aufwand beeinflussen kann, einen direkten Einfluss auf das Verhalten haben können. Ein Beispiel verdeutlicht das Thema: Jemand kann sehr motiviert sein, einen bestimmten Beruf auszuüben. Diese Person verfügt über alle notwendigen Kompetenzen dafür, denn sie hat die richtige Schule besucht und die Prüfungen erfolgreich bestanden. Und trotzdem bekommt diese Person keinen Job, weil sie auf einem Rollenstuhl sitzt und von niemandem eine Chance bekommt, beruflich in diesem Bereich tätig zu sein. Motivation und Fähigkeiten sind vorhanden; ein sozialer Einflussfaktor ist dennoch dafür verantwortlich, dass das Wunschverhalten nicht umgesetzt wird. Wir unterscheiden in diesem Modell zwischen biologischen, psychologischen, sozialen, materiellen und physikalischen Einflussfaktoren.

 

Das vorgestellte Modell dient zur Orientierung, so dass man im Rahmen eines Projektes relevante Aspekte, die das Verhalten steuern, nicht vergisst. Selbstverständlich sind nicht alle Elemente des Modells für jedes Projekt gleich relevant oder beeinflussbar.

Wie man die Verhaltensdeterminanten ändert, dazu sagt das Modell nichts. Man kann sich aber von der empirischen Forschung sowie von bestehenden Projekten inspirieren lassen. Spannende Stichworte für die weitere Recherche sind u.a. die motivationale Gesprächsführung, Achtsamkeitsübungen, Rollenspiele, Testimonials, Diskussionen, Abstimmungen, soziale Medien, Lobby Arbeit und mehr… davon abhängig um was es bei einem Projekt geht.

Soviel zum fünften strategischen Zahnrad von feel-ok.ch, nämlich «Bedarf und Bedürfnis».

6 | Transfer

Die sechste Strategie von feel-ok.ch ist die Verbreitung von Erkenntnissen. feel-ok.ch führt Interviews und Umfragen mit verschiedenen Ansprechgruppen, wie Lehrpersonen, Jugendliche, Schulsozialarbeiter, Jugendarbeiterinnen, Fachpersonen, Gönner und Behörde durch. Daraus entstehen Berichte, die durch verschiedene Kommunikationskanäle bekannt gemacht werden. So stehen die damit gewonnen Erkenntnisse allen Interessierten zur Verfügung.

Alle Berichte von feel-ok.ch finden Sie, wenn Sie die Adresse feel-ok.ch/infos-berichte wählen.

7 | Transparenz und Vertrauen

Die siebte und letzte Strategie von feel-ok.ch ist die «Transparenz und das Vertrauen». Jährlich kommuniziert feel-ok.ch, wie das Programm genutzt wird, welche Projekte realisiert und geplant sind, sowie welche Organisationen die Plattform verwalten und finanzieren. Damit wird die Ansicht vertreten, dass Transparenz Vertrauen schafft und Vertrauen ein Grund ist, warum Fachpersonen und Lehrpersonen, die Ressourcen von feel-ok.ch mit Jugendlichen verwenden.

Alle Jahresberichte von feel-ok.ch finden Sie, wenn Sie die Adresse feel-ok.ch/infos-jahresberichte wählen.

Zusammenfassung

Fassen wir zusammen. Zur Strategie von feel-ok.ch gehören folgende Punkte:

  • die Zusammenarbeit mit dem Fachnetzwerk
  • die Bereitstellung von Informationen und Arbeitsmaterialien u.a. für das Setting Schule
  • die regionale Verankerung der Webplattform mit den kantonalen Versionen, mit INFO QUEST und SPRINT und
  • die Haltung, dass alle Projekte eine mehrjährige Lebensdauer haben sollen.
  • Für die Bedürfnisse der Zielgruppe, der Multiplikatoren, der Fachwelt und der Gönner soll feel-ok.ch eine Antwort bieten. Projekte sollen dazu theoretisch fundiert sein.
  • Erkenntnisse, die aus Umfragen und Interviews stammen, werden verbreitet.
  • Transparent wird kommuniziert, wo feel-ok.ch steht, wer das Programm finanziert und welche Entwicklungen geplant sind. Transparenz schafft Vertrauen und Vertrauen ist eine wichtige Voraussetzung für die Zusammenarbeit.

 

Wir sind nun am Ende dieser Präsentation. Wenn Sie wünschen, empfehle ich Ihnen folgende Videos:

  1. Hintergrundinformationen über feel-ok.ch in Kürze
  2. Einsatz von feel-ok.ch mit Jugendlichen – Wie geht man konkret vor

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